Reflexzonentherapie am Fuß

Die Reflexzonentherapie am Fuß (RZF) basiert auf der Annahme, dass sich sämtliche Körperregionen - auch die inneren Organe - als Reflexzonen an den Füßen widerspiegeln und damit über den Fuß zu diagnostizieren und zu behandeln sind. Valide wissenschaftliche Beweise für diese Arbeitshypothese existieren aber nicht.
Die Erkenntnis, dass sich der menschliche Organismus über bestimmte Zonen am Fuß gezielt beeinflussen lässt, findet sich in vielen traditionellen Medizinsystemen, u.a. in der Traditionellen Chinesischem Medizin (TCM), dem Ayurveda (traditionelle Medizin Indiens) und der Volksheilkunde der nordamerikanischen Indianer. Über den letztgenannten Weg fand die RZF in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts schließlich ihren Weg nach Europa:
Aufbauend auf seinen Kenntnissen der indianischen Volksmedizin entwickelte der amerikanische Arzt William Fitzgerald (1872–1942) die "Zone-Therapy" (Zonentherapie), in dem er den Körper in zehn Längszonen gliederte.
Die amerikanische Krankenschwester und Physiotherapeutin Eunice D. Ingham (1889−1974) griff diese Erkenntnisse auf, teilte den Körper zusätzlich in drei Querzonen ein und erarbeitete auf dieser Basis ab den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts die Grundlagen der modernen Fußreflexzonentherapie mit ihren speziellen Griff- und Drucktechniken.
1958 brachte die Krankenschwester, staatl. gepr. Masseurin, Atemtherapeutin und Heilpraktikerin, Hanne Marquardt, die Methode nach Deutschland und entwickelt die Methode seitdem kontinuierlich weiter.
Die RZF ist eine Behandlungsform, deren Ziel es ist, über eine Aktivierung der Selbstheilungskräfte den Organismus selbst zur positiven Beeinflussung von Beschwerden oder Regulationsstörungen anzuregen.
Dazu werden die Behandlungszonen am Fuß (Fußsohle, Fußrücken, Fußinnen- und -außenkanten sowie das Gewebe um die Innen- und Außenknöchel) mit speziellen Massagegriffen tonisierend (anregend) oder sedierend (beruhigend) bearbeitet. Sanfte Dehnungen und Streichungen des Fußgewebes sowie sog. Ausgleichsgriffe runden die Behandlung ab.
Die RZF findet sowohl bei chronischen als auch bei akuten Beschwerdebildern Anwendung. Sie kann dabei eigenständig oder in Kombination mit anderen Therapien eingesetzt werden.
Die Erstbehandlung dauert etwa 90 Minuten und umfasst neben der generellen Anamnese eine visuelle Diagnostik des Fußes (u.a. Farbveränderungen des Gewebes, Schwellungen, Einziehungen, Hornhaut, Verformungen des Fußes und der Zehen) sowie einen Tastbefund. Dabei werden sämtliche Zonen des Fußes mit einer speziellen Grifftechnik nach Temperaturveränderungen, Verhärtungen, schmerzhaften Punkten etc. untersucht. Die mittels der visuellen Diagnostik und des Tastbefundes ermittelten "auffälligen" Zonen werden im Anschluss mit den oben beschriebenen Techniken der RZF behandelt.
Die Folgebehandlungen dauern etwa 40 Minuten.

Wir bewerten die Fußreflexzonentherapie als komplementärmedizinische Methode ohne naturwissenschaftliche Beweisführung, damit auch keine Anerkennung durch die evidenzbasierte Medizin.